Großes Interesse an einem Hauch von Nichts

Zeitschrift für Textilien, Bekleidung, Leder und Technologie

Neue Entwicklungen bei Schussgardinen haben hauchzarte Warengründe aus Monofilament im Visier

Gardinen von Wirkmaschinen mit Magazinschuss gehören zu den Evergreens im Window-Fashion-Bereich. Mit gezielten Neuentwicklungen bringt KARL MAYER derzeit frischen Wind in das etablierte Marktsegment. Die neueste Maschinentechnik, die WEFT.FASHION TM 3, macht Artikel mit einem trendigen Look im Style der angesagten Drehergewebe aus Monofilament mit Effektfäden möglich, bietet aber eine Fertigung ohne Schlichten und einen um das 10- bis 11-Fache höheren Output als vergleichbare Webmaschinen. Zudem punkten die leichten, transparenten Wirkereiprodukte durch eine technologiebedingt hohe Verschiebefestigkeit. Diese Vorteile überzeugten zuletzt im Juni 2019 auf der ITMA in Barcelona. Während der Leitmesse präsentierte KARL MAYER eine Kollektion trendiger Schussgardinenartikel von der WEFT.FASHION TM 3 und konnte ein großes, teilweise sehr konkretes Kaufinteresse generieren. Insbesondere von türkischen Gästen kamen viele Nachfragen. Angespornt durch das positive Feedback setzten die Textilspezialisten von KARL MAYER ihre Entwicklungsarbeiten fort und verarbeiteten statt Multi- dünne Monofilamente auf der Schusswirkmaschine. In einem ersten Schritt wurde das glänzende Material der Feinheit dtex 22 in allen Fadensystemen verwendet. Es entstand eine hauchzarte, äußerst transparente und federleichte Qualität mit Organza-Grundstruktur. Ihr Gewicht beträgt nur 20 g/m². Trotz seines luftigen Looks ist das Textil sehr stabil und für eine Verarbeitung in der Stickerei geeignet. Textilentwickler Kay Burkhardt ist vor allem mit dem Warenbild zufrieden. „Wir haben mit 35 Maschen pro Zentimeter eine sehr dichte Struktur gearbeitet und damit ein homogenes Erscheinungsbild erreicht.“ Aufgehängt vor dem Fenster erzeugt die Gardinenqualität ein subtiles Spiel mit dem Licht, voll von Schimmer, Glitter und Moiré-Anmutungen in den Farben des Regenbogens. In weiteren Entwicklungsschritten wurde ein Warengrund aus Monofilament mit einem Schuss aus verschiedenen Effektgarnen kombiniert. Verarbeitet wurden Varianten mit Noppen, Knötchen und Kräuselungen und – besonders raffiniert – ein relativ dickes Garn, das zuvor per Fransebindung in eine kordelartige Form gebracht wurde. Die visuell dominanten Schussmaterialien lösen den Warengrund optisch nahezu auf. Es entstehen vollkommen neue textile Kompositionen, die den Trend zu Gardinen mit puristisch erscheinenden, dezenten Musterungen befeuern werden.

 

Quelle:  KARL MAYER