Nachhaltigkeitsbericht 2019 der Lenzing Gruppe veröffentlicht

Zeitschrift für Textilien, Bekleidung, Leder und Technologie

  • Erster Faserhersteller mit bestätigtem Scienced-based target – Ziel der Klimaneutralität bis 2050 – Durchbruch bei der REFIBRA™ Technologie – auch getragene Textilien als Faserrohstoff einsetzbar
  • Pionier bei der Einführung der Blockchain-Technologie zur Fasererkennung
  • Bei sämtlichen Nachhaltigkeitszielen auf Kurs

Lenzing – Rechtzeitig zum „Tag des Waldes“ am 21. März, den die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) bereits in den 1970er-Jahren als Reaktion auf die globale Abholzung der Wälder ins Leben gerufen hat, präsentiert die Lenzing Gruppe ihren Nachhaltigkeitsbericht 2019. Darin wird aufgezeigt, wie das Unternehmen den globalen Herausforderungen aktiv begegnet.

Lenzing produziert Fasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und ist bei ihren Kunden und Partnern in der globalen Textil- und Vliesstoffbranche für ihre klare Positionierung als nachhaltiger Hersteller bekannt. Es ist kein Zufall, dass der neue Bericht ausgerechnet am internationalen Tag des Waldes erscheint. Lenzings nachhaltige Praktiken bei der Rohstoffbeschaffung, insbesondere bei Holz und Zellstoff, wurden auch im Berichtsjahr 2019 wieder als führend eingestuft (Hot Button Report).

Stand up! Against Business as Usual Mit dem Motto „Stand up! Gegen Business as Usual“ betont Lenzing ihren Zugang, über ihre Produkte hinaus Verantwortung zu übernehmen. Business as Usual-Szenarien müssen insbesondere für den Klimaschutz überwunden werden. Mit einem wissenschaftlich fundierten Ziel („science-based target“) wird Lenzing zur Bewältigung der durch den Klimawandel bedingten Probleme aktiv. Die Lenzing Gruppe hat sich dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen pro Tonne Produkt bis 2030 um 50 Prozent gegenüber der Ausgangsbasis 2017 zu reduzieren. Die Scienced Based Target Initiative hat das Klimaziel der Lenzing wissenschaftlich bestätigt.

„Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, vor der die Menschheit derzeit steht. Mit unserer strategischen Festlegung, bis 2050 klimaneutral zu sein, helfen wir die Geschwindigkeit der Erderwärmung zu verlangsamen und die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Unsere substanziellen Investitionen sehen wir nicht nur als einen sehr verantwortungsvollen Schritt, sondern auch als einen, der den Wert unseres Unternehmens weiter steigern wird“, sagt Stefan Doboczky, Vorstandsvorsitzender der Lenzing Gruppe. „Die großen Herausforderungen unserer Zeit brauchen neue Antworten. Lenzing ist an vorderster Front dabei, Teil der Lösung zu sein.“

Durchbruch bei der REFIBRA™ Technologie Ein strategisches Grundprinzip der Lenzing im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie „Naturally positive“ und Schwerpunkt im Nachhaltigkeitsbericht 2019 ist das Thema Kreislaufwirtschaft, bei dem Lenzing wesentliche Beiträge leistet. Um den enormen Herausforderungen von Industrie und Gesellschaft im Bereich Textilabfälle zu begegnen, entwickelte Lenzing etwa mit der Marke REFIBRA™ eine einzigartige Recyclingtechnologie, bei der Baumwoll-Zuschnittreste aus der Bekleidungsherstellung wieder zu Fasern verarbeitet werden. Mit der erstmaligen Wiederverwendung von getragenen Kleidungsstücken für die Herstellung von TENCEL™ x REFIBRA™ Fasern gelang Lenzing 2019 ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, diese bahnbrechende Technologie am Weltmarkt zu etablieren.

„Die REFIBRA™ Technologie kombiniert die Produktionstechnologie von Lyocellfasern, die weithin als umweltfreundlichste holzbasierte Cellulosefasern anerkannt sind, mit einem geschlossenen Produktionsprozess und dem Recycling von Baumwollmaterialien“, so Robert van de Kerkhof, Marketing- und Vertriebsvorstand der Lenzing Gruppe. „Lenzing hat die Vision, das Recycling von Textilabfällen zu einem gängigen Standardprozess wie das Papierrecycling zu machen. Dazu gehört das Recycling von Stoffen und Kleidungsstücken, die aus Lenzing Materialien hergestellt wurden. Lenzing Fasern mit REFIBRA™ Technologie sollen bis zu 50 Prozent recycelte Materialien enthalten“, so van de Kerkhof.

Transparenz als Basis für Transformation Neben Klimaschutz und dem effizienten Einsatz von Rohstoffen stellt auch die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette eine große Herausforderung und gleichzeitig auch die Basis für die Ökologisierung der Branche dar. Lenzing bietet eine innovative Lösung auf Basis der Blockchain-Technologie in einer Kooperation mit dem Unternehmen TextileGenesis™. Diese ermöglicht Kunden und Konsument/innen, die Herstellung eines Kleidungsstückes durch einfaches Scannen eines Barcodes bis zum Rohstoff zurückzuverfolgen. 2019 präsentierte Lenzing ihr erstes Pilotprojekt im Zuge des Hongkong Fashion Summit.

Nachhaltigkeitsziele Lenzing definierte im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie sieben Kernbereiche, in denen sie wesentliche Beiträge leistet und die direkt zu einigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) beitragen. In diesen Bereichen setzte Lenzing konkrete, ambitionierte Ziele, deren Umsetzung die Lenzing Gruppe im Berichtsjahr weiter konsequent vorangetrieben hat.

Wesentliche Verbesserungen konnten in folgenden Bereichen erzielt werden:

-Einsparung von 1,9 Prozent beim spezifischen Primärenergieverbrauch und 8 Prozent Reduktion der spezifischen Treibhausgasemissionen (beide Basisjahr 2014)  Rund 30 Prozent weniger Schwefelemissionen aus der Produktion

– Rund 30 Prozent weniger Schwefeldioxid-Emissionen aus der Energieerzeugung

-Verglichen mit 2014 reduzierte sich die spezifische Wassernutzung um 7 Prozent

-Reduktion von anderen Emissionen in Abwasser

 

Quelle:  www.lenzing.com