HUGO BOSS geht Herausforderungen im Zuge der Pandemie entschlossen an – Gesunde Bilanzstruktur und umfangreiche Maßnahmen sichern Liquidität

Zeitschrift für Textilien, Bekleidung, Leder und Technologie

Quartalsmitteilung zum Q1 2020

HUGO BOSS geht Herausforderungen im Zuge der Pandemie entschlossen an – Gesunde Bilanzstruktur und umfangreiche Maßnahmen sichern Liquidität

  • Schutz der Mitarbeiter und finanzielle Stabilität haben oberste Priorität
  • Temporäre Geschäftsschließungen führen zu währungsbereinigtem
  • Umsatzrückgang von 17 % im ersten Quartal
  • Anhaltende Wachstumsdynamik im Onlinegeschäft – Umsatzplus von 39 %
  • Operatives Ergebnis (EBIT) beläuft sich auf minus 14 Mio. EUR

“Die COVID-19-Pandemie ist auch für unser Unternehmen eine beispiellose Ausnahmesituation. Der Schutz unserer Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner hat für uns oberste Priorität”, sagt Mark Langer, Vorstandsvorsitzender der HUGO BOSS AG. “Wir haben zudem alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die finanzielle Flexibilität und Stabilität unseres Unternehmens zu sichern. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen, HUGO BOSS sicher durch diese ungewöhnliche Zeit zu führen.”

HUGO BOSS nimmt auch in dieser Ausnahmesituation seine gesellschaftliche Verantwortung unvermindert wahr. Mit einer Reihe von Initiativen schützt das Unternehmen die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner sowie anderer Stakeholder:

  • HUGO BOSS hat frühzeitig ein Krisenteam eingerichtet, das den Verlauf der Pandemie sehr genau beobachtet und sämtliche Maßnahmen des Konzerns zum Schutz seiner Mitarbeiter umfassend koordiniert. Nahezu allen Beschäftigten in der Verwaltung wurde die Arbeit im Homeoffice ermöglicht. Wo immer dies betriebsbedingt nicht möglich ist, wurden entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Dies gilt insbesondere für die Beschäftigten in der Produktion, der Logistik und im Einzelhandel.
  • Unter Beachtung behördlicher Vorgaben hat HUGO BOSS Mitte März nahezu sämtliche eigenen Geschäfte sowie Verkaufspunkte bei wichtigen Handelspartnern in Europa und Amerika vorübergehend geschlossen. Auch die Region Asien/Pazifik, und hier insbesondere China, war im ersten Quartal von umfangreichen temporären Schließungen betroffen. Aktuell sind nach wie vor mehr als 75 % der weltweit mehr als 1.000 eigenen Verkaufspunkte von HUGO BOSS zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter geschlossen.
  • Ende März hat HUGO BOSS seine Produktionsstätte am Firmensitz in Metzingen vorübergehend auf die Herstellung von Gesichtsmasken umgestellt. Insgesamt werden dort rund 200.000 wiederverwendbare Masken hergestellt und im Anschluss an gemeinnützige Einrichtungen gespendet. An diese geht ebenfalls in Eigenfertigung produzierte Einsatzkleidung.

COVID-19 – Pandemie lastet auf Geschäftsentwicklung im ersten Quartal

Im Zuge der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen vorübergehenden Schließungen von Einzelhandelsgeschäften sah sich die globale Bekleidungsindustrie, einschließlich des gehobenen Premiumsegments, im ersten Quartal 2020 umfangreichen Herausforderungen ausgesetzt. Dies führte zwangsläufig dazu, dass HUGO BOSS in den ersten drei Monaten einen Rückgang von Umsatz, Profitabilität und Cashflow zu verzeichnen hatte. Der Umsatz von HUGO BOSS ging insgesamt um 16 % auf 555 Mio. EUR (Q1 2019: 664 Mio. EUR) zurück. Währungsbereinigt entspricht dies einem Minus von 17 %. Nach einem äußerst erfreulichen Start in das neue Jahr führte die globale Ausbreitung des Coronavirus zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Geschäfts. In der Region Asien/Pazifik waren die Auswirkungen bereits ab Ende Januar spürbar. Der Quartalsumsatz ging hier währungsbereinigt um insgesamt 31 % zurück. Hingegen fiel das Minus in Europa und Amerika mit währungsbereinigt 14 % beziehungsweise 17 % geringer aus. In diesen beiden Regionen begann die verstärkte Ausbreitung des Virus erst rund einen Monat später.

Während der Großteil des eigenen Storenetzwerks von HUGO BOSS im ersten Quartal von temporären Schließungen betroffen war, ist das eigene Onlinegeschäft weiterhin sehr dynamisch gewachsen. Die Onlineumsätze von HUGO BOSS legten währungsbereinigt um 39 % zu. Damit konnte das Unternehmen im eigenen Onlinegeschäft das zehnte Quartal in Folge deutlich zweistelliges Wachstum verzeichnen. Insgesamt gingen die Einzelhandelsumsätze im ersten Quartal währungsbereinigt um 17 % zurück. Im Großhandelsgeschäft belief sich das Umsatzminus währungsbereinigt auf 18 %.

Der zweistellige Umsatzrückgang führte zu einer spürbaren Belastung der Ergebnisentwicklung. So belief sich das operative Ergebnis (EBIT) im ersten Quartal auf minus 14 Mio. EUR (Q1 2019: 57 Mio. EUR).

Sukzessive Verbesserung auf dem chinesischen Festland

Anders als in Europa und Amerika, wo das Geschäft infolge der Pandemie und der anhaltenden Schließungen von Verkaufspunkten nach wie vor erheblich beeinträchtigt ist, beobachtet HUGO BOSS auf dem chinesischen Festland aktuell eine fortschreitende Entspannung. Dort sind seit Ende März sämtliche eigenen Geschäfte wieder geöffnet und die im April erzielten Umsätze lagen nur noch etwa 15 % bis 20 % unter dem Vorjahresniveau. HUGO BOSS erwartet, dass sich das Konsumverhalten und die Kundenfrequenz in diesem für das Unternehmen strategisch wichtigen Markt auch weiterhin sukzessive verbessern werden. Daneben verzeichnete HUGO BOSS im April eine deutliche Beschleunigung der Dynamik seines globalen Onlinegeschäfts. So haben sich die über den eigenen Onlinestore hugoboss.com und über die Websites wichtiger Partner erzielten Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt mehr als verdoppelt.

Umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung des Free Cashflows eingeleitet

Dank seiner gesunden Bilanzstruktur sieht sich HUGO BOSS für die finanziellen Herausforderungen dieser globalen Krise gut gerüstet. Das Unternehmen hat zudem frühzeitig umfangreiche Maßnahmen im Gesamtvolumen von etwa 600 Mio. EUR zur Sicherung des Free Cashflows eingeleitet:

  • Mit Blick auf die operativen Aufwendungen hat sich HUGO BOSS zum Ziel gesetzt, im Rahmen seines strikten Kostenmanagements auf Gesamtjahressicht zusätzliche Einsparungen in Höhe von mindestens 150 Mio. EUR zu erzielen. In diesem Zusammenhang hat HUGO BOSS für seine nationalen und internationalen Konzerngesellschaften unter Beachtung der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitszeiten und Personalkosten ergriffen. So wurde etwa für einen Großteil der Mitarbeiter in Deutschland eine Arbeitszeitreduzierung zunächst bis zum 31. Mai mit dem Betriebsrat vereinbart. Das Kurzarbeitergeld wird dabei vom Unternehmen freiwillig auf mindestens 80 % des regulären Niveaus aufgestockt. Insgesamt will das Unternehmen so die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter sichern und gleichzeitig seine finanzielle Handlungsfähigkeit erhöhen. Der Vorstand der HUGO BOSS AG beteiligt sich solidarisch an den Maßnahmen und verzichtet für die Monate April und Mai 2020 freiwillig auf 40 % seiner Grundvergütung. Auch bei den Vertriebs- und Marketingaufwendungen sollen im Jahresverlauf deutlich Kosten eingespart werden. So ist HUGO BOSS in allen betroffenen Absatzmärkten in einem engen und vertrauensvollen Austausch mit seinen Vermietern. Es werden jeweils gemeinsam partnerschaftliche und der Situation angemessene Lösungen zur Reduzierung der Mietaufwendungen angestrebt.
  • Daneben werden alle nicht geschäftskritischen Investitionen vorerst aufgeschoben. Vor allem geplante Renovierungen und Neueröffnungen eigener Geschäfte werden bis auf weiteres ausgesetzt. Insgesamt soll das Investitionsbudget für das Jahr 2020, das ursprünglich rund 150 Mio. EUR betrug, aus heutiger Sicht um rund ein Drittel gekürzt werden.
  • Um den Anstieg des kurzfristigen operativen Nettovermögens zu begrenzen, arbeitet HUGO BOSS gemeinsam mit seinen Zulieferern daran, den Bestandszufluss zu reduzieren. Gleichzeitig hat das Unternehmen die eigene Produktion an die aktuell geringere Nachfrage angepasst. Insgesamt strebt HUGO BOSS an, den Bestandszufluss im laufenden Jahr um mindestens 200 Mio. EUR gegenüber dem ursprünglichen Plan zu reduzieren.
  • Darüber hinaus werden, wie bereits kommuniziert, Vorstand und Aufsichtsrat der HUGO BOSS AG der Hauptversammlung am 27. Mai 2020 vorschlagen, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 bis auf die gesetzliche Mindestdividende von 0,04 EUR je Aktie auszusetzen. Mit der Thesaurierung des Bilanzgewinns stärkt das Unternehmen seine Innenfinanzierungskraft.

Die Sicherung seiner finanziellen Flexibilität und Stabilität hat für HUGO BOSS weiterhin höchste Priorität. Zum Ende des ersten Quartals verfügte der Konzern über liquide Mittel in Höhe von 102 Mio. EUR. Daneben steht dem Unternehmen ein revolvierender Konsortialkredit in Höhe von 450 Mio. EUR zur Verfügung. Davon wurden zum Ende des ersten Quartals 122 Mio. EUR in Anspruch genommen.

Aktuell keine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr möglich

Die temporäre Schließung eines Großteils der Geschäfte von HUGO BOSS wird die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns im Gesamtjahr spürbar belasten. Aufgrund der nach wie vor ungewissen weiteren Entwicklung der Pandemie in vielen wichtigen Absatzmärkten ist derzeit jedoch keine verlässliche Vorhersage der Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das Jahr 2020 möglich.

Gleichzeitig rechnet das Unternehmen für das zweite Quartal mit einem deutlicheren Umsatz- und Ergebnisrückgang als im ersten Quartal. Dies wird vor allem eine Folge der anhaltenden Schließungen der eigenen Geschäfte sowie von Verkaufspunkten bei wichtigen Handelspartnern in Europa und Amerika sein. Insgesamt tragen diese beiden Regionen für gewöhnlich rund 85 % zum Konzernumsatz bei. In Summe geht HUGO BOSS für das zweite Quartal folglich von einem Rückgang der währungsbereinigten Umsätze um mindestens 50 % aus. Ungeachtet dessen ist das Unternehmen zuversichtlich, dass sich das Einzelhandelsumfeld ab dem dritten Quartal sukzessive verbessern wird; dies sollte sich auch auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns im zweiten Halbjahr positiv auswirken.

 

 

Quelle:  HUGO BOSS Group